Archiv der Kategorie 'Lesekreis'

Arbeit nervt auch Anarchist*innen!

Arbeit nervt!

Mit dem Titel „Arbeit nervt“ wurde die aktuell noch laufende 2. Auflage des Salonkommunismus betitelt. Im anarchistischen Lesekreis wollen wir hierzu passend einige Texte zur Kritik von (Lohn-)Arbeit lesen. Arbeit und speziell Lohnarbeit und die sich darum rankenden Ideologien sind in der Geschichte und auch gegenwärtig zentrale Elemente von Herrschaft, weswegen es sinnvoll erscheint sich damit aus einer herrschaftskritischen Perspektive zu befassen. Dies wird wie gewohnt in drei Blöcken stattfinden:

1. Sitzung (30.6.): Paul Lafargue (1883) – Das Recht auf Faulheit: Widerlegung des »Rechts auf Arbeit« von 1848
2. Sitzung (7.7.): Alfredo Bonanno (1994) – Lasst uns die Arbeit zerstören!
3. Sitzung (14.7.): Gruppe Krisis (1999) – Manifest gegen die Arbeit

Die Sitzungen finden jeweils um 19:30 im Infoladen statt.

Anarchismus vs. Marxismus – Anarchistischer Lesekreis jetzt immer Donnerstags

Der anarchistische Lesekreis wird sich im kommenden Block mit den Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen Anarchismus und Marxismus auseinander setzen und dazu verschiedene Aufsätze aus den von Philipp Kellermann herausgegebenen Sammelbänden Begegnungen feindlicher Brüder: Zum Verhältnis von Anarchismus und Marxismus in der Geschichte der sozialistischen Bewegung (Unrast Verlag) lesen. In einer breiten Palette von Themen werden Gemeinsamkeiten und Differenzen erkundet.

  • 29.01. Michael Seidman – Produktivistische Brüder. Anarchisten und Marxisten stellen sich in der Russischen und in der Spanischen Revolution gegen die Arbeiter (Bd. II)
  • 05.02. Philippe Kellermann – Zur Erinnerung an ein altes Anliegen: Luigi Fabbris Versuch über die »historischen und sachlichen Zusammenhänge zwischen Marxismus und Anarchismus« (1908) (Bd. III)
  • 12.02. Antje Schrupp – Weder Marxistinnen noch Anarchistinnen. Die ‘Frauenfrage’ und der Sozialismus im 19. Jahrhundert (Bd. I)
  • 19.02. Philippe Kellermann – George Sorel: (Anarcho-)Syndikalismus als wahrer Marxismus (Bd. I)
  • 26.02. Gerhard Hanloser – Marxistischer Antileninismus. Libertäres und Anti-Libertäres im Rätekommunismus (Bd. I)
  • 05.03. Robert Foltin – Ein postoperaistischer Blick auf den Anarchismus – Postoperaistische Annäherungen an den Anarchismus (Bd. I)
  • 12.03. Wolfgang Eckardt – Bakunin und Marx in der ersten Internationale. Zerstörung oder Eroberung der politischen Macht? (Bd. I)
  • Wie an den Daten erkennbar ist trifft sich der Lesekreis in Zukunft Donnerstags aber wie gehabt 19:30 Uhr im Infoladen.

    Der Anarchistische Lesekreis beschäftigt sich mit Idee der freien Kooperation

    Im Jahr 2000 erhielt Christoph Spehr für seinen Aufsatz „Gleicher als andere. Eine Grundlegung der Freien Kooperation“ den Rosa-Luxemburg-Preis für die in Aufsatzform beantwortete Frage: „Unter welchen Bedingungen sind soziale Gleichheit und politische Freiheit vereinbar?“ In seinem Aufsatz analysiert er zunächst die Bedingungen der vielfach verwobenen Herrschaftsverhältnisse im postmodernen Kapitalismus, um danach die Rahmenbedingungen einer Gesellschaft zu skizzieren, in der die Menschen aus freien Stücken Kooperationen eingehen und verlassen können. Entsprechend der drei Abschnitte des Textes liest und diskutiert der Anarchistische Lesekreis am 02.12.2014 ab 19.30 Uhr im Infoladen das 1. Kapitel „Freiheit und Gleichheit“, am 09.12.2014 das 2. Kapitel „Politik und Antipolitik“ und am 16.12.2014 das 3. Kapitel „Grundrisse einer Politik der freien Kooperation“.
    Lesekreis Dez

    Lesekreis: Demokratischer Konföderalismus als moderne Form des Anarchismus?

    In zahlreichen Solidaritätsaufrufen für die vom Islamischen Staat (IS) bedrohten Kurd*innen in Kobanê wird Bezug genommen auf den Spanischen Bürgerkrieg. Wie damals stehen demnach autonome, von der Bevölkerung selbstverwaltete Regionen unter der Bedrohung einer faschistischen Invasion. Auch wenn die Solidarität gegen die Islamist*innen vom IS
    unabhängig vom Zutreffen des Vergleiches mit Spaniens 1936 ist, so ist doch interessant, inwieweit die in Nordsyrien geschaffenen Strukturen anarchistischen Vorstellungen entsprechen. Entsprechend liest und diskutiert der Anarchistische Lesekreis zuerst Öcalans Manifest „Demokratischer Konföderalismus“ (28.10.) und danach in zwei Sitzungen (4. & 11.11.) Auszüge aus dem Buch „Demokratische Autonomie in Nordkurdistan. Rätebewegung, Geschlechterbefreiung und Ökologie in der Praxis – eine Erkundungsreise in den Südosten der Türkei“ (ISBN 978-3-941012-60-8).

    Solidarität mit Israel bis zum Anarchismus?

    Der aktuelle Konflikt im Gazastreifen hat das immer schon virulente Problem des Antisemitismus wieder deutlich hervortreten lassen. Während die Einen das Problem relativieren und sich neben chronischen Antisemit*innen auf Demos wiederfinden schwenken die Anderen Staatsfahnen und geben unter den Label „bedingungslose Solidarität“ jede differenzierte Auseinandersetzung auf. Weder die eine noch die andere Reaktion scheint aus anarchistischer Perspektive zufriedenstellend. Aber was gibt es für anarchistische Positionen zum
    Thema Judentum, Antisemitismus, Shoah und Israel?

    Mit dieser Frage setzt sich der anarchistische Lesekreis in den nächsten zwei Monaten auseinander und genauer mit dem von Jürgen Mümken und Siegberg Wolf herausgegeben Buch „Antisemit, das geht nicht unter Menschen: Anarchistische Positionen zu Antisemitismus, Zionismus und Israel“ (18 € / 978-3868410884).

    Am kommenden Dienstag (12. August) widmen wir uns der Einleitung und diskutieren, welche Abschnitte aus dem Buch wir in den kommenden Wochen lesen werden.