Archiv für Januar 2015

Anarchismus vs. Marxismus – Anarchistischer Lesekreis jetzt immer Donnerstags

Der anarchistische Lesekreis wird sich im kommenden Block mit den Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen Anarchismus und Marxismus auseinander setzen und dazu verschiedene Aufsätze aus den von Philipp Kellermann herausgegebenen Sammelbänden Begegnungen feindlicher Brüder: Zum Verhältnis von Anarchismus und Marxismus in der Geschichte der sozialistischen Bewegung (Unrast Verlag) lesen. In einer breiten Palette von Themen werden Gemeinsamkeiten und Differenzen erkundet.

  • 29.01. Michael Seidman – Produktivistische Brüder. Anarchisten und Marxisten stellen sich in der Russischen und in der Spanischen Revolution gegen die Arbeiter (Bd. II)
  • 05.02. Philippe Kellermann – Zur Erinnerung an ein altes Anliegen: Luigi Fabbris Versuch über die »historischen und sachlichen Zusammenhänge zwischen Marxismus und Anarchismus« (1908) (Bd. III)
  • 12.02. Antje Schrupp – Weder Marxistinnen noch Anarchistinnen. Die ‘Frauenfrage’ und der Sozialismus im 19. Jahrhundert (Bd. I)
  • 19.02. Philippe Kellermann – George Sorel: (Anarcho-)Syndikalismus als wahrer Marxismus (Bd. I)
  • 26.02. Gerhard Hanloser – Marxistischer Antileninismus. Libertäres und Anti-Libertäres im Rätekommunismus (Bd. I)
  • 05.03. Robert Foltin – Ein postoperaistischer Blick auf den Anarchismus – Postoperaistische Annäherungen an den Anarchismus (Bd. I)
  • 12.03. Wolfgang Eckardt – Bakunin und Marx in der ersten Internationale. Zerstörung oder Eroberung der politischen Macht? (Bd. I)
  • Wie an den Daten erkennbar ist trifft sich der Lesekreis in Zukunft Donnerstags aber wie gehabt 19:30 Uhr im Infoladen.

    Keep CSAAWU Doors Open! – Spendensammlung für die Kämpfe von LandarbeiterInnen in Südafrika

    CSAAWU

    Die Freie Arbeiter- und Arbeiterinnen Union (FAU) ruft dazu auf, die südafrikanische Gewerkschaft „Commercial Stevedoring Agricultural & Allied Workers Union“ (CSAAWU) zu unterstützen. Die LandarbeiterInnen-Organisation ist in Folge verlorener Gerichtsprozesse und dadurch auf sie zukommender Kosten in ihrem Bestehen akut gefährdet.

    Im März 2012 waren nach einer Streikwelle hunderte von ArbeiterInnen entlassen worden. Die CSAAWU, hat den Streik ebenso unterstützt, wie den Kampf gegen die Sanktionen. Annähernd 100 Fälle wurden von der CSAAWU vor das Arbeitsgericht gebracht. Dieses entschied jedoch gegen die ArbeiterInnen und tadelte einzelne Vertreter der Gewerkschaft dafür, den Streik unterstützt zu haben. Die Gewerkschaft weist diese Vorwürfe zurück und unterstützt nach wie vor die Streiks und die Entlassenen. Als Folge der verlorenen Gerichtsprozesse muss die CSAAWU 600.000 Rand (etwa 44.000 €) aufbringen. Eine Summe, welche die kleine Gewerkschaft in ihrer Existenz bedroht. Sie hat deshalb eine Spendenkampagne unter dem Titel „Keep CSAAWU Doors Open“ (Haltet die Türen der CSAAWU offen!) ins Leben gerufen. Die FAU unterstützt diese Kampagne und ruft zu Spenden auf.

    Einzelspenden sind direkt möglich über die Indiegogo Seite der Kampagne oder durch Direktüberweisungen auf das Konto der CSAAWU (Bank: Standard Bank; Kontonummer: 072003596; Kontoinhaber: CSAAWU; Branch name: Tyger Manor; Branch code: 050410; SwiftCode: SBZAZAJJ).

    Ihr könnt euch aber auch an der Sammelspende der FAU beteiligen. Die FAU wird bis zum 31. Januar 2015 Spenden für die CSAAWU sammeln und diese dann gemeinsam überweisen. Die Kontodaten dafür lauten:
    Freie Arbeiterinnen Union
    Postbank Hamburg
    BIC: PBNKDEFF / IBAN: DE94200100200096152201
    Betreff: CSAAWU

    Mehr Informationen zur CSAAWU und zum Konflikt finden sich auf ihrer Website (dort finden sich auch Informationen über die Arbeits- und Lebensbedingungen von FarmarbeiterInnen in Südafrika).

    07.01.15: Kino im Infoladen

    Du sollst nicht lieben

    07.01.2015 – 20.00 Uhr

    Der junge und attraktive Student Ezri flüchtet vor dem Regen in den Laden des Fleischers Aaron. Beide sind orthodoxe Juden, doch anders als der unstete Ezri ist Aaron Ehemann, Familienvater und ein respektiertes Mitglied der Gemeinde in Jerusalem. Was als Arbeitsbeziehung anfängt, entwickelt sich schnell zu einer erotischen aszinationen zwischen den beiden so ungleichen Männern – und diese stürzt den Fleischer in eine tiefe Glaubens- und Familienkrise. Haim Tabakmans aufwühlendes, vielfach
    preisgekröntes Drama wirft einen vieldeutigen Blick in die Welt des ultra-orthodoxen Judentums und nimmt sowohl den Glauben als auch die sexuelle Lust als menschliche Bedürfnisse ernst. Die französische “Libération” stellte in ihrer Rezension die Frage: “Kann Gott eine Liebe von solcher Klarheit verurteilen?”
    Haim Tabakmans erster Spielfilm berührt ein Tabu – Homosexualität im ultraorthodoxen Judentum. Doch obwohl er einen durchaus kritischen Blick hinter die Rituale und Dogmen dieser religiösen Welt wirft, denunziert er nicht den Glauben seiner Hauptfiguren, der mit der sexuellen Begierde nicht in Einklang zu bringen ist. Sein Interesse geht weit darüber hinaus: Ihn interessiert eine Liebe, die ihre gesellschaftlichen Schranken nicht überwinden kann und jeden einzelnen in die Situation bringt, seine eigene, innere Freiheit zu suchen. Nach der Uraufführung von DU SOLLST NICHT LIEBEN in der Reihe UN CERTAIN REGARD beim Festival de Cannes reagierte die internationale Presse begeistert, stellte die ambitionierte Inszenierung des Films heraus und verglich die emotionale Kraft einer Liebesgeschichte mit Ang Lees BROKEBACK MOUNTAIN.