Archiv für November 2013

Ausstellung „Vermummt und Gewaltbereit“

Polizeigewalt in Deutschland

Das Vertrauen der Deutschen in die Polizei ist fast grenzenlos. Aus dem Global Trust Report der Gesellschaft für Konsumforschung geht hervor, dass die Polizei unter allen abgefragten
Institutionen das meiste Vertrauen genießt. Im Dunkeln bleiben dabei die jährlich mehr als 2.000 angezeigten Fälle von Polizeigewalt in Deutschland. Sie erscheinen als Ausnahme, sind jedoch tägliche Praxis, von der nicht nur Demonstrant_innen oder Fußballfans, sondern auch Menschen in ihrem normalen Lebensalltag betroffen sind. Polizist_innen überschreiten die Grenzen der Legalität systematisch, weiten diese aus und erhalten immer weitreichendere Befugnisse und effektivere Bewaffnung.
Die Ausstellung „Vermummt und gewaltbereit. Polizeigewalt in Deutschland“ macht auf diese Praktiken mit großformatigen Bildern und prägnanten Informationstexten aufmerksam. Es geht um Zwangsräumungen, rassistische Polizeigewalt, Bewaffnungen und prominente Extremfälle wie der auf einer Münchner Polizeiwache misshandelten Teresa Z.

Die Ausstellung wird am 09. Dezember um 15.00 Uhr mit einem Vortrag der Roten Hilfe Jena im Cafe Wagner eröffnet und kann dort anschließend bis zum 20. Dezember besichtigt werden.

Alle Infos hierzu findet ihr auch unter http://rotehilfejena.blogsport.de

Volkstrauertag abschaffen! Gegen NS-Verharmlosung, Naziaufmärsche und deutsche Opfermythen!

Antifaschistische Demonstration am 17. November 2013 in Friedrichrod

Seit 1952 findet in der BRD jedes Jahr, zwei Sonntage vor dem ersten Advent, der sogenannte Volkstrauertag statt. Da dieser Tag sich bestens dazu eignet, die Verbrechen der Deutschen zur Zeit des Nationalsozialismus zu verharmlosen und Auschwitz als einen Massenmord neben anderen darzustellen, wundert es kaum, dass sich die Nazis an diesem Tag vielerorts versammeln, um ihrer Ahnen zu gedenken. Eines dieser Gedenken, das zentralste seiner Art in Thüringen, findet jährlich in Friedrichroda statt. Gegen diesen Aufmarsch und die stillen Willkommensgrüße der Stadt Friedrichroda an die Nazis, wollen wir auch in diesem Jahr auf die Straße gehen. Im Vorfeld organisieren wir in Gotha eine Veranstaltungsreihe, die einen Schritt von der bloßen Kritik an den Nazis und ihrem Treiben zurückgeht und einen Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse wirft, in denen Nazistrukturen gedeihen.

Den Aufruf findet ihr hier

Um am Sonn­tag, 17.​11, ge­mein­sam und si­cher nach Fried­rich­ro­da zu kom­men, gibt es nun of­fi­zi­el­le Zug­treff­punk­te für Jena, Wei­mar, Er­furt und Gotha – die An­kunfts­zeit für alle Ver­bin­dun­gen ist 14:55 in Fried­rich­ro­da!

Of­fi­zi­el­le Zug­treff­punk­te/-​zei­ten:

Jena West, Zug­treff­punkt 12.​30 Uhr, Ab­fahrt 12.​38 Uhr, Gleis 1
Wei­mar, Zug­treff­punkt 13.​30 Uhr, Ab­fahrt 13.​41 Uhr, Gleis 3
Er­furt, Zug­treff­punkt 13.​50 Uhr, Ab­fahrt 14.​00 Uhr, Gleis 8
Gotha, Zug­treff­punkt 14.​15 Uhr, Ab­fahrt 14.​27 Uhr, Gleis 2

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen gibt’s hier:
www.​volkstrau­er­tag-​ab­schaf­fen.​tk

Der anarchistische Lesekreis liest den HierarchNIE Reader

Als im weitestgehenden Sinne anarchistische Gruppe strebt der Lesekreis Hierarchiefreiheit an. Dies lässt sich in der Theorie allerdings weit einfacher postulieren lässt als in der Praxis konkret umzusetzen. Folglich beschäftigen wir uns in unserem nächsten inhaltlichen Block – ,ganz selbstreferentiell, aber zugleich über den Lesekreis hinausgehend – mit dem HierarchNIE Reader aus dem Umfeld der Projektwerkstatt Saasen.
Wir lesen den Reader, entsprechend seiner Gliederung, in drei Sitzungen und treffen uns Dienstags 20 Uhr im Infoladen.

1.Sitzung 19.11. Teil A: Grundlagen und Herschaftsbrillen
2. Sitzung 26.11. Teil B: Konzepte und Rahmen für gleichberechtigte
Prozesse
3. Sitzung 03.12. Teil C: Methoden für Entscheidungsfindung,
Dominanzabbau und kreative Gruppenprozesse

Der Reader kann hier heruntergeladen werden oder unter http://hierarchnie.de.vu/ für 6 € bestellt werden.

06.12.13 Info- und Mobilisierungsveranstaltungen

zur bundesweiten Demonstration am 21. Dezember in Hamburg

Rote Flora verteidigen – Esso-Häuser durchsetzen!
Gegen rassistische Zustände – Bleiberecht für alle!

06.12.13 – 19.00 Uhr @ Infoladen Jena

In Hamburg überschlagen sich derzeit verschiedene Ereignisse. In mehreren ungelösten Konflikten setzt der Senat auf eine harte Linie und Auseinandersetzungen. Besonders dramatisch stellt sich die Situation für die Flüchtlinge aus Lampedusa dar, aber auch die Bewohner_innen der Esso-Häuser auf St. Pauli stehen einem kompromisslosen Senat gegenüber und das seit 24 Jahren besetzte Stadtteilzentrum Rote Flora ist wieder zu einem Ort der Auseinandersetzung geworden.

Eine bundesweite und internationale Demonstration am 21. Dezember soll deutlich machen, dass mit massivem Widerstand zu rechnen ist, sollte die Rote Flora angegriffen werden. Inhaltliche Schwerpunkte liegen dabei in aktuellen Kämpfen um den Erhalt der Esso-Häuser, dem Bleiberecht der Flüchtlinge und der radikalen Kritik an Repression und Gefahrengebieten.

Die Esso-Häuser sind zwei große Gebäude an der Reeperbahn mit über 100 Bewohner_innen und kiezaffinem Gewerbe, welche abgerissen werden sollen, um einem Neubau mit Eigentumswohnungen und teuren Läden Platz zu machen. Der Stadtteil St. Pauli ist gleichzeitig ein Zentrum der Kämpfe von über 300 Refugees aus Lampedusa, welche sich in Hamburg als Gruppe organisiert haben und Bleiberecht einfordern. Gegen rassistische Kontrollen, welche Abschiebungen zum Ziel haben, entwickelten sich in den letzten Wochen breite und vielfältige Proteste von den unterschiedlichsten Gruppen.

Die Kämpfe von Refugees, der Esso-Häuser, der Roten Flora, die Kämpfe gegen Gefahrengebiete und Repression verdichten sich aktuell nicht nur in ihrer zeitlichen Räumlichkeit, sondern auch in der Zielsetzung. Ohne einen sich weiterentwickelnden Widerstand, der Erfolge für die Bewegungen erzwingt, droht die Haltung der SPD, alle Konflikte mit staatstragender Geste auszusitzen. Die Bedeutung der einzelnen Konflikte ist dabei weit größer als ihr jeweiliger lokaler Austragungsort.

Im Rahmen der Veranstaltung berichten Aktivist_innen von der aktuellen Situation der Roten Flora, den Protesten auf St. Pauli von Mieter_innen, Anwohner_innen und Refugees und dem aktuellen Vorbereitungsstand der Demonstration am 21. Dezember.

http://florableibt.blogsport.de/